The Avengers

The Avengers? Och nö, da gabs doch erst 1978 einen Faketrailer. Hollywood fällt einfach nichts mehr neues ein. Und als nächstes die dritte Auflage Spiderman. Bald soll ich wohl auch mein Toilettenpapier wiederverwerten? – Aber der Reihe nach.
1939 wäre zu früh, um mit dieser Erzählung zu beginnen, weswegen wir etwas in der Zeit voranschreiten. Und schon sind wir im Hier und Jetzt, dem Zeitpunkt, als Disney versuchte mit den aufgekauften Rechten an Marvels (ein Verlag + Genetiv-”s”) Comic-Helden einen fetten Reibach abzustauben. Findige, genunveränderte Wissenschaftler haben sich dazu einen genialen, wie genial einfachen Plan ausgedacht. Erst werden Filme zu vier unterschiedlichen Helden gedreht, um diese 2012 in einem noch größeren Projekt zu vereinen. Diese vier Helden aus Sprechblasenzeiten waren Iron Man (Filmauftritte 2008 & 2010), der unglaubliche Hulk (2008), Thor (2011) und Captain America (2011). Während vor vier Jahren die Werke noch als größtenteils eigenständig zu betrachten waren, merkte man den späteren Vertretern durchaus an, dass sie auch als Ouvertüre für dieses eine, gemeinsame Ziel dienten. Spätestens im Abspann folgte stets eine Hinüberleitung zu diesem wahren “Clash of the Titans”, um die Vorfreude zu entfachen. Das Mammutprojekt rückte näher und näher und die Hände der Fanboys wurden mittlerweile so schwitzig, dass ihre in Plasik eingeschweißten Comic-Hefte vermehrt den Weg durch ihre Finger fanden. Der Ruf nach Nachschub wurde laut. Und sie wurden erhört. Lego brachte Avenger-Figuren auf den Markt. Und damit endet unsere Erzählung. Den nächsten Teil gibt es in vier Wochen, wenn es wieder heißt: Milwman sieht, was keiner sehen will. Dann mit der Folge: Großmutter unter der Dusche versucht ihr Gebiss aufzuheben.


Vorgeschichte

Die Vorgeschichte kann von denjenigen überflogen werden, die alle vorhin angesprochenen Filme bereits gesehen haben, oder sich nicht dafür interessieren. Ein gewisses Vorwissen wird nicht vorausgesetzt, hilft aber zum Verständnis und schnelleren Einstieg, wenn man sich The Avengers noch anschauen möchte. Außerdem leitet sie direkt zur unten stehenden Handlung über.

1. Wer sind die vier Pappkameraden aus den Filmen?

- Captain America wurde 1943 “geboren”. Ein schwächlicher, amerikanischer Soldat namens Steve Rogers bekam durch Experimente mit Gammastrahlung, u.a. geleitet von Howard Stark, Superkräfte und bezwang letztendlich den üblen, deutschen Gegenspieler Red Skull. Dieser hatte dank einem magischen Würfel, dem Tesserakt, und dessen unbegrenzten Energiereserven, die Weltherrschaft angepeilt. Am Ende wird Captain A. im ewigen Eis eingefroren und 70 Jahre später von einer Organisation namens S.H.I.E.L.D. in der heutigen Zeit aufgetaut.

- Thor ist ein aus Asgard stammender Superheld, der auf der gleichnahmigen Figur der nordischen Mythologie basiert. Er ist Sohn Odins, dem Allvater. Außerdem hat er einen Adoptivbruder, Loki, der versucht ihn loszuwerden, um selbst den Thron zu erklimmen. Im Zuge dieses Plans wird Thor auf die Erde verbannt und verliebt sich in eine Erdenfrau. Doch er kehrt zurück und vereitelt Lokis Machenschaften. Daraufhin stürzt sich Loki in den vermeintlichen Tod, nur um nach dem Abspann wiederzukehren. Und zwar hat er von einem Wissenschaftler Besitz ergriffen, der von Nick Fury, Chef von S.H.I.E.L.D., in der heutigen Zeit den Tesserakt gezeigt bekommt.

- Hulk ist ein grünes Monstrum, zu dem sich Wissenschaftler Bruce Banner verwandelt, wenn dieser wütend wird. Diese Eigenschaft hat er nicht von Geburt an, sondern seit einem missglückten Experiment mit Gammastrahlung. Einer Neuauflage des Captain America Experimentes. Bruce verschwand, als S.H.I.E.L.D. auf ihn aufmerksam wurde.

- Iron Man ist Tony Stark, Howards Sohn, in einer selbstgebauten Rüstung mit allerlei Flug- und Waffenfunktionen. Außerdem hat er bei einer Explosion Granatsplitter ins Herz bekommen, auf Grund dessen er einen ebenfalls selbstgebauten Minireaktor in der Brust trägt, der ihn am Leben hält. Dieser läuft seit dem zweiten Teil dank eines neuentdecktem Elementes, eine Idee, auf die ihn die Aufzeichnungen seines verstorbenen Vaters gebracht haben. Über diesen erfährt er auch, dass er Mitbegründer von S.H.I.E.L.D. war, der Organisation, die Tony wiederum einen Posten in deren Rächer-Team vorgeschlagen hat. Oder auch als The Avengers bekannt.

2. Weitere wiederkehrende Figuren, über die man nicht so viel weiß

- Agent Phil Coulson arbeitet für S.H.I.E.L.D. und ist u.a. dabei als Thors Hammer entdeckt wird, Thor auf die Erde kommt, Captain America aufgetaut wird und Iron Man einen Teilchenbeschleuniger baut.

- Black Widow, Natasha Romanoff, gehört ebenfalls zu den Avengers / arbeitet für S.H.I.E.L.D. und ist eine ehmalige russiche Doppelagentin mit Vergangenheit, über die man wenig erfährt. Sexy, mit geballter Kampfkraft.

- Hawkeye, Clint Barton, gehört auch zu den Avengers / arbeitet für S.H.I.E.L.D., über seine Vergangenheit weiß man ebensowenig. Pfeil und Bogen gehören zu seiner Standardausrüstung.


Handlung

Der Tesserakt ist nicht nur eine Energiequelle, sondern auch in der Lage ein Dimensionsportal zu öffnen, das sich die Chitauri, eine außerirdische, kriegerische Lebensform, zu Nutze machen wollen, um die Erde zu unterjochen. Zu diesem Zweck haben sie ein Bündnis mit Loki geschlossen, das ihm die Herrschaft über die Menschen verspricht und den Chitauri ermöglicht durch Loki an die Kraft des Würfels zu gelangen. Nick Fury hat etwas dagegen und trommelt The Avengers zusammen, um die Menschheit zu retten. Werden es unsere Helden rechtzeitig schaffen Loki den Würfel abzunehmen und was führt S.H.I.E.L.D. wirklich im Schilde?


Filmbeschreibung

Klingt alles viel komplizierter als es im fertigen Film geworden ist. Selbst Zuschauer, die mit noch keinem der Helden in Auge zu Leinwand Kontakt geraten sind, konnten dem Geschehen ausreichend folgen. Außerdem geht es weniger um die Geschichte an sich, sondern um den Unterhaltungswert des Millionenprojektes. Und der, damit platze ich gleich heraus, ist vorzüglich.
Regisseur und Drehbuchautor Joss Whedon, der bislang in erster Linie fürs Fernsehen tätig war, vermag es mit Bravour den verschiedenen Charakteren genug Leinwandzeit und jedem seine persönlichen Eigenheiten mit auf den Weg zu geben. Trotz so vieler Figuren, die unter einen Hut gebracht werden wollten, wirkt The Avengers nicht ansatzweise so überfrachtet, wie z.B. Spiderman 3.
Es ist darüberhinaus sehr schön mitanzusehen, bzw. -hören, dass der aus Iron Man bekannte Humor als Vorlage verwendet wurde und deswegen über die gesamte Laufzeit herzlich gelacht werden darf. Von One-Linern, über Dialogwitz, bis zu bildhafter Sprache gibt es viel, worüber man sich amüsieren kann, wobei am Anfang vor allem Iron Man Pointenzünder ist, gegen Ende wird ihm die Show aber vom Hulk gestohlen. Selten war ein Superheldenfilm lustiger und kann daher ohne schlechtes Gewissen als Komödie vermarktet werden. Dazu tragen auch die ständigen Kabbeleien unter den Helden bei, die sich lange Zeit nicht recht grün sind und ständig etwas aneinander zu mäkeln haben. Es zünden nicht alle Gags, aber die meisten und die dafür blendend.
Doch hier wird sich nicht darauf beschränkt eine reine Komödie zu kreieren, hätte auch keiner erwartet, denn Superhelden versprechen ebenfalls Super-Action. Während in den ersten beiden Filmdritteln vor allem “kleinere Schlägereien” Leinwandpräsenz einnehmen, bekommt man gegen Ende eine Actionsequenz geboten, die es in sich hat. Halb New York wird mal nebenbei in Schutt und Asche gelegt und vertröstet diejenigen, die schön viel früher ihrer Zerstörungswut Nahrung geben wollten. Und als man meint, es sei schon vorbei, geht es erst so richtig los und kein Stein bleibt auf dem anderen. Halsbrecherische Kamerafahrten von einem Kampfschauplatz zum nächsten inklusive. Vermarktung als Actionfilm geht folglich auch in Ordnung.

Was braucht man mehr für einen Blockbuster zum Sommerbeginn? Nicht viel, wie ich meine und möchte auch nichts zusätzlich verraten, denn hier lohnt es sich auf jeden Fall ins Kino zu gehen, wenn man auf Actionkomödien steht. Und wenn man mit auch nur einem der oben genannten Comicverfilmungen etwas anfangen konnte, dann ist The Avengers schlichtweg ein Muss. Wer auf hohem Niveau jammert, der darf sich beklagen, dass die Einführungsszene, 5 Minuten vor dem letzten Akt, und der unmittelbare Schluss vor dem Abspann leicht vom Rest abfallen, aber das ändert nichts daran, dass hier Popcornkino vom Feinsten geboten wird. Und dazu das etwas bietet, was Iron Man 1 gefehlt hat, einen charismatischen Bösewicht. Pflichtfilm für Leute, die sich den Gang überlegt haben. Wer dies nicht getan hat, sollte es sich zumindest überlegen.


Bennis Fazit

Mei, da bin ich mal wieder überschwänglich geworden. Aber, was soll ich sagen, vollkommen zu Recht. Nach den Trailern war ich leicht enttäuscht, da ich mir was anders vorgestellt habe, aber all diese Gedanken sind spätestens dann verflogen, als Scarlett Johansson sich aus einer brenzligen Lage befreit hat. Und allerspätestens als Robert Downey Jr. seinen ersten Auftritt hatte. Und hier haben wir den besten Hulk, den die Geschichte bislang geboten bekommen hat – tut mir Leid Lou Ferrigno. Einzig der Wandel, wie er Kontrolle über sein alter Ego erlangt hat, wurde nicht befriedigend erklärt, fällt aber nicht weiter ins Gewicht.
Wahnsinnig oft gelacht und super unterhalten gefühlt. So soll es sein und dafür wurde Kino gemacht. Nicht auszudenken, was dabei rausgekommen wäre, wenn es noch eine solch geniale Exposition wie bei The Dark Knight gegeben hätte, oder ein so wahnwitziges Ende, wie bei Iron Man. Wandert trotzdem in mein DVD-Regal, davon hält mich keiner ab. Dafür ist alles mittendrin mit viel zu viel Esprit gemacht, dass man sich nachhaltig an diesen Kleinigkeiten stören würde. Hier bleibt mir nicht viel mehr zu sagen als Viel Spaß im Kino!


Erklärung der Szene nach dem Abspann

Ja, dies ist ein Spoiler, aber das Problem ist, dass nur sehr wenige – ich ebenfalls nicht – die Szene nach dem Abspann auf Anhieb kapieren, da sie die Figur, die darin zu sehen ist, nicht kennen. Es handelt sich dabei um Thanos, einen auf dem Titan geborenen Supermenschen, der durch Mystik und bionische Experimente einer der stärksten und klügsten des Universums geworden ist. Sein Aussehen ist allerdings unmenschlicher Natur. Außerdem interessiert er sich sehr für den Tod und verliebt sich sogar in dessen weibliche Personifizierung. In Wahrheit hat er die Geschichte mit dem Tesserakt in die Wege geleitet, um seinen Schwarm zu beeindrucken (so die Comic-Variante) und dürfte der Gegenspieler im angekündigten zweiten Teil werden. Man darf sich freuen, ob dem was der erste geboten hat.

VN:F [1.9.10_1130]
Bewerte den Film mit 1-11 Sternen
Rating: 10.0/11 (3 votes cast)
The Avengers, 10.0 out of 11 based on 3 ratings
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Über Benni

Ein gelernter Arbeitsloser, der für zwei Jahre als Chef-Arbeitsloser bei milw.org scheinbeschäftigt war, um nun wieder in seine alte Profession zurückzukehren. Endlich hat er noch mehr Zeit, um seiner Passion, dem RTL Schauen zu frönen. Außerdem zahlt der impotente Säufer leidenschaftlich Alimente für seine zahlreichen Kuckuckskinder und ist begeisterter Erfinder. Erst letztens entwickelte er ein eigenes Hartz VI - Gesetz, welches Arbeitslosen so viel Gehalt bescheinigt, wie sie in Bier innerhalb eines Monats trinken können. Es wird wohl nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir von diesem Mann gelesen haben. Sucht einfach mal im Anzeigenteil eurer Lokalzeitung unter "Wahlarbeitsloser Nichtduscher sucht neureiche, tatkräftige Businesslady als sexuell interessierte Haushälterin auf ohne Gehalt Basis"