Ted

Na na na na na na na na na na na na na na na na – Tedman

Es scheint heutzutage, dass alles, was wir zu Gesicht bekommen, Gewalt in Filmen und Sex im Fernsehen ist. Ich frage mich, was mit den guten, alten Werten geschehen ist, auf die wir uns einst verlassen konnten. Glücklicherweise gibt es wenigstens einen Typen, der auf familienfreundliche Unterhaltung setzt. Ein Mann, der all die Dinge ermöglicht, die uns zum Lachen und Weinen bringen. Danke, Bill Lawrence.
Nachdem gesagt worden ist, was einmal gesagt werden musste, können wir uns endlich dem heutigen Thema widmen: Präpubertäre Masturbation mit Stofftieren. Ein herrliches Gefühl. Und ihr könnt euch sicher sein, dass die lieben Plüschgefährten euch nicht verraten. Es sei denn euer nächtlicher Freudenspender erwacht urplötzlich zum Leben und verklagt euch wegen sexueller Nötigung. Was dann? Was soll schon sein, ihr seid doch minderjährig.


Handlung

Seth MacFarlane dürfte den meisten Europäern als Schöpfer der Comedy-Zeichentrickserien American Dad und Family Guy ein Begriff sein. Mit Ted versucht er nun zum ersten Mal im Kino ein größeres Publikum zu unterhalten. Die namensgebende Titelfigur ist hierbei ein zum Leben erweckter Teddybär, der aufgrund eines Kinderwunsches in den 80ern eine Seele eingehaucht bekam. Bis heute, knapp 30 Jahre später, sind er und John (Mark Wahlberg) beste Freunde geblieben. Kiffen, Saufen, Filme gucken. Der Alltag könnte so schön sein, wenn John doch nur keinen Job hätte. Und auch Johns Freundin Lori (Mila Kunis) hat nach vierjähriger Beziehung langsam die Schnauze voll, dass ihr Vollzeitstecher seine Freizeit noch immer mit einem Teddybären und seiner Lieblingsbong verbringt. Es muss sich also etwas ändern. Und wie der Projektor so abspielt, ändert sich auch etwas und Lori macht Schluss. Bekommt John sein Leben endlich in den Griff? Ihr werdet es sehen, bei der nächsten Vorführung von Ted – Teddybär der Liebe. Eine rein körperliche Liebe und auch nur gegenüber Frauen, versteht sich.


Filmbeschreibung

So unterschiedlich Family Guy und American Dad bei der Erzählweise ihrer Witze sind, haben sie doch zwei Dinge gemein. Die politische Unkorrektheit gegenüber alles und jedem und zahlreiche Anspielungen auf die US-amerikanische Popkultur. Auch bei Ted werden etliche Gruppen verbal verballhornt, seien es Muslime, Christen, Juden, Inder, Mexikaner, Italiener, Behinderte, Frauen, dicke Kinder, US-amerikanische “Prominente”, et cetera. Hier sollten Freunde von gepflegter ungepflegter Unterhaltung abseits der gesellschaftlich etablierten Gürtellinie voll auf ihre Kosten kommen. Was die Unmengen an Anspielungen betrifft, ist es für einen Zuschauer, der nicht aus den USA stammt, so gut wie unmgölich alles zu verstehen. Ich für meinen Fall habe keine Folge von Cheers gesehen, oder kenne alle Nebendarsteller von Top Gun mit vollem Namen. Muss man aber auch nicht. Es reicht ungefähr zu wissen was für ein Film Flash Gordon ist und selbst das erschließt sich beim Anschauen des Films von selbst.

Ted bietet abseits davon genug Lacher, für die man höchstens Kenntnis der weiblichen Anatomie haben sollte. Dazu viel versauten Wortwitz, gelegentlich Spiele mit der Erwartungshaltung und auch völlig abgefahrene Elemente, die ich an dieser Stelle nicht verraten möchte. Wer sich mit einem Trailer anfreunden konnte, Harold & Kumar Go to White Castle lustig fand und auch bei Hangover 2 vor Lachkrämpfen einen Zivi anheurn musste, der sollte Ted daher nicht missen. Außerdem haben die Macher des Films verstanden, was schon Leslie Nielsen in seinen lustigen Rollen umgesetzt hat: Eine Komödie ist umso lustiger, wenn sie ernst gespielt und keine Figur lächerlich gemacht wird. Das setzen die Hauptdarsteller vorzüglich um. Auch auf technischer Ebene ist Ted so kuschelig, dass er sowohl den Spee-Fuchs als auch Tiger Tony ablösen könnte.
Doch es ist nicht alles Koks, wo Koks draufsteht. Die Story ist leider sehr mit Mehl gestreckt und fährt besonders in den letzten 15 Minuten allerlei Liebesallerlei und eine gehörige Portion Drama auf. Dies drückt den ansonsten gelungenen Gesamteindruck etwas, wobei ich bei meinem Fazit gleich näher darauf eingehen werde.

Insgesamt ist Ted eine gute Mischung aus den Humorelementen der beiden MacFarlane-Serien – das Cleveland-Spinoff habe ich nie gesehen – wobei Ted am ehesten an das Alien Roger erinnert. Wer mit nur einer dieser beiden Produktionen etwas anfangen kann, oder mit den zwei Filmen, die ich weiter oben erwähnt habe, der sollte in der Zielgruppe 14 bis 40-jähriger Männer liegen, die weder ihre Frauen noch ihren Humor prüde mögen und sich deshalb als geeignet betrachten dürfen. Aber man muss auf jeden Fall beachten, dass viel Wert auf die Geschichte gelegt wird, die dann eher nicht im Zielgruppenbereich angesiedelt ist. Außerdem verneigt er sich mehr vor anderen Filmen, als dass er sie parodiert. Nehmt das bitte in eurer Erwartungshaltung mit auf.


Bennis Fazit

Sollte ich es tatsächlich geschafft haben im mittleren Abschnitt objektiv geblieben zu sein? Dann ist es spätestens jetzt damit vorbei. Ich war enttäuscht. Während ich nach The Dark Knight Rises sitzen bleiben musste, weil er mich so gefangen genommen hat, dann musste ich das bei Ted, weil der Film unter meiner – zugegeben immensen – Erwartungshaltung durchgetaucht ist. Es tut mir Leid das schreiben zu müssen, denn Ted hat die in meinen Augen lustigsten Witze aller Komödien, die auf der Seite milw.org näher beäugt wurden. Aber er hat eben auch diese unnötige Liebesgeschichte, einen ebenfalls unnötigen Sideplot, er biedert sich zu sehr den filmischen Konventionen an, die man in so vielen 08/15 Mainstreamgeschichten zu sehen bekommt und es gibt zu viele Witze, die auf dem simplen Prinzip beruhen, dass ein Promi schlecht gemacht wird. Woody Harrelson hat einen kleinen Penis, Katy Perry singt scheiße, Jack & Jill ist Grütze, das sind keine gut geschriebenen Gags, sondern einfach nur eingeworfene (auf Tatsachen beruhende?) Meinungen, die ebenfalls nicht hätten sein müssen. Dazu kann man auch auf ein Justin Bieber Lied seiner Wahl bei Youtube gehen und die beleidigenden Kommentare lesen. Meiner Meinung nach unnötig und beliebig. Solche Witze gibt´s bei Date Movie, Beilight und auf milw.org genug.

Ja, das ist jammern auf hohem Niveau. Ich werde mir den Film trotzdem auf DVD kaufen und ihn mir auf Englisch in einer verlängerten Fassung genehmigen. Dann auch mit einem realistischeren Blick auf den Film, und nicht mit meinen überhöhten Erwartungen von gestern. Denn wie Peter Pan wird auch mein Humor nicht erwachsen und von diesem Film durchaus angesprochen. An die besten ZAZ-Komödien kommt er für meinen Geschmack nicht heran und er macht dies auch selbst durch eine 1:1 Kopie einer Szene aus die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug deutlich. Was Kifferbuddyhumor betrifft, jedoch über allem erhaben.
Ist Ted die Revolution der Komödie, die Abrechnung mit den Konventionen Hollywoods, der Schiss auf das Urinalbecken der festgefahrenen Liebeskomödien? – Nein, aber ein richtig lustiger Film mit oberflächlichem Humor über Sex und die Welt ist er trotzdem.

PS: achtet auf die dreisekündige Indiana Jones Musik

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Bewerte den Film mit 1-11 Sternen
Rating: 9.6/11 (5 votes cast)
Ted, 9.6 out of 11 based on 5 ratings
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Über Benni

Ein gelernter Arbeitsloser, der für zwei Jahre als Chef-Arbeitsloser bei milw.org scheinbeschäftigt war, um nun wieder in seine alte Profession zurückzukehren. Endlich hat er noch mehr Zeit, um seiner Passion, dem RTL Schauen zu frönen. Außerdem zahlt der impotente Säufer leidenschaftlich Alimente für seine zahlreichen Kuckuckskinder und ist begeisterter Erfinder. Erst letztens entwickelte er ein eigenes Hartz VI - Gesetz, welches Arbeitslosen so viel Gehalt bescheinigt, wie sie in Bier innerhalb eines Monats trinken können. Es wird wohl nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir von diesem Mann gelesen haben. Sucht einfach mal im Anzeigenteil eurer Lokalzeitung unter "Wahlarbeitsloser Nichtduscher sucht neureiche, tatkräftige Businesslady als sexuell interessierte Haushälterin auf ohne Gehalt Basis"