Attack the Block

Aliens greifen die Erde – ahem – greifen South London an. Aliens stehen bei Drehbuchautoren dieses Jahr hoch im Kurs, neben sechs schon angelaufenen Filmen erscheint Ende September der siebte Streifen über die extraterrestrischen Wesen. Trotz geringem Budget macht er mehr Spaß als die großen Hollywoodvertreter.

Um was geht´s?

Das Geschehen spielt sich in South London während der Guy Fawkes Night ab. Die hübsche Krankenschwester Sam ist gerade auf ihrem Heimweg als sich ihr eine Jugendgang rund um den Anführer Moses in den Weg stellt. Als dieser ihr gerade Bargeld und Handy abknöpfen möchte passiert etwas womit keiner gerechnet hat. Ein alienartiges Wesen fällt vom Londoner Nachthimmel und kracht in ein parkendes Auto direkt neben den Jugendlichen und Sam.  Moses sieht nach dem Rechten und wird von dem Alien angegriffen, woraufhin es flüchtet. Die Jugendgang nimmt die Verfolgung auf und schlitzt das Alien schlussendlich auf. Was sie nicht wissen: durch die Hinrichtung des Aliens lösen sie eine noch viel größere Invasion von noch größeren Aliens aus. Schnell wird klar das mit der Verwandtschaft des getöteten Aliens definitiv nicht zu Spaßen ist…

Action und Komödie

„Attack the Block“ ist von den Machern von „Shawn of the Dead“ – wenn man das liest, muss man gleich an eine lustig anmutende Action-Komödie denken. Wobei der komödiantische Anteil oft überwiegt. Genauso ist es auch mit „Attack the Block“ der dieses Jahr am Ende des25. Fantasty Filmfests auf der Leinwand zu bestaunen war. Aliens standen zwar schon oft davor die Menschheit auszulöschen (Independence Day), was ihnen bis heute aber nicht gelang, oder haben regelmäßig für ein Actionspektakel im Kinosaal gesorgt das einem die Zähne durch den brutalen Bass klappern (Battle Los Angeles) – aber das war es dann auch schon. „Attack the Block“ kommt ohne großes Actionfeuerwerk aus, und macht trotzdem enorm viel Spaß. Warum? Weil Krach, Bumm, Bäm-Action nicht alles ist.

Tiefgang

Man merkt schon innerhalb der ersten Minuten das sich der Film selbst nicht ganz für voll nimmt – aber irgendwie doch bierernst ist. Aber gerade das macht ihn zu einem Meisterwerk. Eine Jugendgang die spät abends eine junge Frau auf dem Nachhauseweg in einem Problembezirk von London überfällt? Klischeehafter geht es wohl kaum. Es wird aber noch besser: Innerhalb der nächsten 80 Minuten werden noch weitere Sachen durch den Kakao gezogen die dem Zuschauer ein ums andere Mal ein Lachen ins Gesicht zaubern. Die englische Zeitung „Sun“ sowie „The Guardian“ aber auch die britische Polizei selbst bekommen dabei ihr Fett weg. Und noch viele andere.  Und noch viele mehr.

Gerade in Anbetracht der aktuellen Lage in den Londoner Problembezirken gewinnt der Film noch einmal extra an Gewicht. Spielt er doch durchgehend auf die Sorgen und Probleme der Menschen in diesen Bezirken ab. „Attack the Block“ tarnt diese Anspielung und Kritik dabei gekonnt und so vermag es manchem Zuschauer gar nicht erst aufzufallen. Doch für die aufmerksamen Zuschauer verpackt der Film Gesellschaftskritische Inhalte in einer aberwitzigen Action-Komödie. Joe Cornish hat dabei ein glückliches Händchen bewiesen und macht den Film so zu etwas besonderem.

Gegen Ende hin zeigen die knallharten „Wanna-be“-Gangster Jungs übrigens immer mehr Herz und Emotionen. Eine Wandlung die sich durch den kompletten Film zieht und dem Ganzen noch einmal mehr Tiefe verleiht.

Jugendgang – Jugendslang oder: Der Gorilla-Werwolf-Motherfucker

Die gesamte Zeit dreht sich alles nur um die Jungs rund um Moses. Schon alleine die Namen seiner Freunde (Pest, Biggz, Dennis, Jerome, Mahyem, Probs) sprechen Bände. Sprechen tun die Schauspieler übrigens auch – und das in äußerst derben Jugendslang. Das erinnert einen teilweise schon fast an die Konversationen von kleinen Kindern im Bus. Vulgär und derbe hauen die Jungs ein ums andere Mal Wortkreationen raus das man vor Lachen brüllen möchte. Wer die Möglichkeit hat sollte sich daher „Attack the Block“ unbedingt im Original auf Englisch anschauen, die deutsche Synchronisation ist zwar gut, aber dieser Ganze Ganster-Yo-Motherfucker-Shit kommt nochmal deutlich besser in der Originalsprache rüber.

Fazit

„Attack the Block“ kommt ohne großes Actionfeuerwerk aus, die Action und Effekte die geboten werden sind für einen Low-Budget Film aber äußert gut gelungen. Viel wichtiger aber ist die versteckte Nachricht die der Film dem Zuschauer übermitteln möchte. Und das macht den Film wahrlich zu etwas besonderem. „Attack the Block“ macht ungemein viel Spaß, bietet Action, lustige Szenen die sich in die Köpfe der Zuschauer einbrennen werden und ist gleichzeitig eine Aufforderung zum Nachdenken. Ein Meisterwerk! Nicht umsonst wurde er auf dem Fantasy Filmfest als „Geheimtipp“ eingestuft. Ab dem 22. September flimmern die Gorilla-Werwolf-Motherfucker über die Leinwand, es lohnt sich! 8/11 Sterne.

 

 

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Bewerte den Film mit 1-11 Sternen
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Attack the Block, 10.2 out of 11 based on 6 ratings
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Über Chris

20 Jahre alt und Fan von Psycho-Horror und Actionfilmen. Nebenbei lebt er in der dritten Dimension. Schreibt regelmäßig Kritiken zu allerhand Filmen die im Kino erscheinen.