X-Men: Erste Entscheidung

Ich könnte über so vieles philosophieren. Die Sozialkritik, die den meisten Comics innewohnt und sie damit zu einer Kunst auf mehreren Ebenen macht, über die Parallelen zwischen Magneto|Professor X und Malcolm X|Martin Luther King, oder über die Verwendung von Prequels (Vorgängerfilmen) und was diese so besonders macht. Aber stattdessen gebe ich euch das zu lesen, was die Internetgemeinde am zweitliebsten hat: Und zwar habe ich gestern ein süßes, kitzlerkleines Kätzchen gesehen, das in seine Milchschüssel gefallen ist. Und auf ihrem ansonsten schwarzen Rücken wuchs eine weiße Haarstelle in Form eines Herzens. Nicht so ein Herz, wie kleine Kinder es malen, sondern ein organisches, mit all seinen Ein- und Ausgängen. Ist das nicht wunderschön?


Warum habe ich mir die DVD gekauft

Der Hauptgrund ist sicherlich, dass wir noch keine Filmritik zu einem Film mit Anfangsbuchstaben X in unserem Repertoire haben, aber ein kleines bisschen auch deswegen, weil er in meiner Top 10 der Filme 2011 an vorderster Front seinen Platz eingenommen hat. Und gestern war es soweit, ich habe ihn mir nochmal angesehen, in der Hoffnung, dass er mir nach wie vor gefällt und ich meine Entscheidung im Nachhinein nicht bereue. Und, Trommelwirbel, eigentlich sollte es Trommelstockwirbel heißen, die Trommel selbst wird bei einem Trommelwirbel doch gar nicht gewirbelt. Seltsam. X-Men: First Class, wie der zweideutigere Originaltitel lautet, ist auch heute, neun Monate nach Kinoveröffentlichung, ein sehr unterhaltsamer Film und eine der besten Comicverfilmungen.
Er bietet Witz, Action, Philosophie, Psychologie, Biologie, charismatische Hauptdarsteller, eine (nicht neue, aber) passende Geschichte, durchdachte Dialoge, Querverweise zu den anderen X-Men Filmen und erklärt auf interessante Art und Weise wie aus den einstigen Freunden Erik Lehnsherr (Michael Fassbender) und Charles Xavier (James McAvoy) die Anführer zweier sich bekämpfender Mutantengruppen wurden.


weitere Filmbeschreibung

Es beginnt direkt mit der Vorstellungen unserer Protagonisten im Kindesalter, als man bereits erkennen kann, dass ein unterschiedlicher Lebensweg vorprogrammiert ist. Der eine erfährt zwar die Liebe seiner Mutter, muss aber mit eigenen Augen die Ermodung dieser in einem KZ mitansehen. Charles hingegen wohnt in einem Schloss, ohne die Zuneigung seiner Eltern genießen zu können und macht schon bald Bekanntschaft mit einer weiteren Mutantin. Jahre später treffen sie aufeinander und vereinen sich mit den “normalen” Menschen, um ihren gemeinsamen Widersacher, Shaw, zu bekämpfen. Nichts eint einen mehr, als ein gemeinsamer Feind. Sieht man z.B. auch daran, wie Lästereien zusammenschweißen können. Letzten Endes erkennen beide, dass sie für eine unterschiedliche Sache kämpfen.
Zwischendrin erlebt der Zuschauer nicht nur viele Anspielungen auf die Filmzeit der 60er Jahre mit dem Kalten Krieg und der Kubakrise, sondern auch Gelegenheit zum Lachen und sich wohlfühlen. Wobei ich gestehen muss, dass die Originalfassung, mit ihrem britischen Charme, für ein paar Lacher mehr zu sorgen weiß. Außerdem kann diese die Herkunft des Begriffs X-Men erklären, während dies in der deutschen Fassung nicht verständlich gemacht wird. Nichtsdestoweniger findet man auch hierzulande viel Spaß an der Umsetzung und ihren Ideen was die Fähigkeiten der Mutanten und ihrer Einsetzung betrifft. Wer sich hingegen für moralische Fragen interessiert, die die verschiedenen Interessengemeinschaften beschäftigen, kommt nicht zu kurz, auch wenn auf diesem Feld vieles angedeutet und entweder dem Zuseher überlassen, oder darauf erst in den Teilen 1-3 zurückgegriffen wird.
Wie vorhin angedeutet, möchte ich nicht auf Interpretationen eingehen, sondern sage direkt Pflichtfilm für diejenigen, die bereits an irgendeiner Comicverfilmung gefallen gefunden haben und sich ein Fitzelchen mit der Geschichte der C-Men auskennen. Außerdem lege ich ihn allen anderen ans Herz, ihm eine Chance zu geben. Das größte Manko, das mir einfällt, ist die Tatsache, dass Stan Lee keinen Kurzauftritt bekommt und nach dem Abspann keine Szene folgt, wie beides bei Marvelfilmen sonst üblich.


Bennis Fazit

Alleine die Szene, in der das Instumental von Run (Gnarls Barkley) im Hintergrund läuft und die in der Begegnung mit Wolverine ihr Ende findet, ist sein Geld wert. Aber auch darüberhinaus bieten vor allem der Anfang und das Ende inszenatorisch gelungene Stücke. Hier nehme ich als Beispiel den anfänglichen Schnitt auf die Folterkammer, die bereits die Zeit davor im Raum stand, oder den Kameraschwenk, der die Münze am Ende scheinbar durch zwei Köpfe befördert. Wie gesagt dürfen Zuschauer, die gerne ihre Gedanken fließen lassen, einiges hineininterpretieren, aber auch Gemüter, die sich blos unterhalten lassen wollen, mit krachender Action, süffisanten Dialogen, gelungenen Darstellungen, und, und, und, die sind hier vollkommen richtig. Natürlich gehe ich hier viel zu subjektiv ans Werk und es mag den ein oder anderen geben, der den Film gesehen hat und für sich persönlich Schwachpunkte gefunden hat, aber man kann es grundsätzlich nicht jedem Recht machen. Insgesamt kann ich aber sagen, dass dieser Film einen Hauptteil der Leute, die sich gerne (Mainstream-)Filme auch neueren Datums anschauen, 130 Minuten lang gut unterhalten wird.

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Bewerte den Film mit 1-11 Sternen
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X-Men: Erste Entscheidung, 10.0 out of 11 based on 2 ratings
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Über Benni

Ein gelernter Arbeitsloser, der für zwei Jahre als Chef-Arbeitsloser bei milw.org scheinbeschäftigt war, um nun wieder in seine alte Profession zurückzukehren. Endlich hat er noch mehr Zeit, um seiner Passion, dem RTL Schauen zu frönen. Außerdem zahlt der impotente Säufer leidenschaftlich Alimente für seine zahlreichen Kuckuckskinder und ist begeisterter Erfinder. Erst letztens entwickelte er ein eigenes Hartz VI - Gesetz, welches Arbeitslosen so viel Gehalt bescheinigt, wie sie in Bier innerhalb eines Monats trinken können. Es wird wohl nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir von diesem Mann gelesen haben. Sucht einfach mal im Anzeigenteil eurer Lokalzeitung unter "Wahlarbeitsloser Nichtduscher sucht neureiche, tatkräftige Businesslady als sexuell interessierte Haushälterin auf ohne Gehalt Basis"