2001: Odyssee im Weltraum

Niemand hat mir mein Auge ausgestochen

Während sich mancher darauf freut in drei Jahren von einem Hoverboard ins Wasser zu fallen, wird andernorts noch immer nach dem schwarzen Monolithen aus Stanley Kubricks 2001: Odyssee im Weltraum gesucht. Kein Spur von ihm in Villarriba, keine Spur in Villabajo und auch keine auf dem Mond. Sicherlich das Hauptargument, dass wir 1969 überhaupt nicht auf dem Mond waren, und alles nur eine McDonalds Werbung war, die etwas aus dem Ruder lief.
Ungeachtet dieser Sperenzien, die ein inhaltliches Fortschreiten unmöglich machen, ist es doch interessant mitanzusehen, wie sich in Filmen die Zukunft vorgestellt wird. Bzw. in diesem Fall, wie Kubrick sich 1968 das Jahr 2001 vorgestellt hat. Er selbst erlebte nie, ob seine Prognosen Wirklichkeit wurden, aber ich kann euch heute, zehn Jahre danach, mit ruhigem Gewissen verraten, dass er wohl Recht hatte. Sofern er 1999 nicht starb, sondern von Außerirdischen entführt wurde. Und dann durch einen Roboter aus der Zukunft ersetzt. Welcher durch ein paradoxes Problem den Geist aufgab. Und schlussendlich vergraben wurde. In vielen Jahren gräbt man ihn wieder aus und wird in ihm ein außerirdisches Relikt erkennen, das uns dazu befähigt höhere Intelligenz zu erschaffen. Es ergibt alles Sinn. Heureka!


Handlung

Einst lebten die gemeinsamen Vorfahren der heutigen Affen und der heutigen Menschen in stiller Zufriedenheit, lausten sich Fossilien aus dem dichten Haar, äfften sich nach und vögelten für den Fortbestand ihrer Art. Eines Tages entwachten sie einem seeligen Mittagschlaf, um wie immer kurz danach die Nachtruhe anzutreten. Doch nicht heute. Vor ihnen türmte sich ein mysteriöser, schwarzer Monolith auf, den man leider weder essen noch begatten konnte. Die Berührung mit diesem unerklärlichen Artefakt blieb aber nicht folgenlos. Fortan entwickelten unsere Ahnen ein Bewusstsein für den Umgang mit Werkzeug und setzten Knochen ein, um sich Nahrung zu beschaffen, den Macker zu markieren und die Welt zu erobern. Bis in den Weltraum hinein, in welchem zur Jahrtausendwende ein schwarzer Monolith auf dem Mond entdeckt wurde. Die Berührung blieb nicht folgenlos. Das außerirdische Artefakt sendete Signale zum Jupiter und die Behörde, die diese Entdeckung machte, entsendete 18 Monate später 5 ahnungslose Astronauten und ein allwissendes Computerprogramm zur Untersuchung dieses Planeten. Dieses Unterfangen nahm eine unerwartete Wendung.


Ein Science-Fiction Film in 4 Akten

2001 ist – wie soll ich schreiben – anders als das, was man heutzutage aus dem Kino gewohnt ist. Der Film beginnt mit einem dreiminütigen Schwarzbild, während leicht verstörende Hintergrundmusik eingespielt wird. Spätestens hier erkennt man, dass ein Film folgen wird, auf den man sich einlassen muss. Und dieser Gedanke bewahrheitet sich. Während “normale” Kinoproduktionen den ersten Akt ausgespart hätten, beginnt das Schauspiel mit der Entstehung der Menschheit. 25 Minuten wird nichts geredet, man sieht Planetenkonstellationen, beobachtet Affen vor einem realistischen und dennoch wunderschön malerischen Hintergrund und bekommt klassische Musik um den Latz geknallt. Also sprach Zarathustra ist eines dieser Stücke, die eine perfekte Symbiose mit dem Geschehen eingehen. Und andersrum muss man zwangsläufig an diesen Film denken, wenn man das Stück im Nachhinein hört. Audiovisuell wird einem zu diesen Zeitpunkt einiges geboten. Dachte man zumindest, bevor die weiteren Akte kommen.

Ich möchte nicht zu viel von der Geschichte verraten, denn wenn es Leute geben sollte, die diese nicht kennen, dann will ich auf keinen Fall etwas verderben. Jedoch ist der Plot auch heute noch, bzw. besonders heute aktueller denn je und regt zwangsläufig zum Nachdenken an, wenn man sich jemals gefragt hat, ob es außerirdisches Leben gibt, oder wohin die immer mächtigeren Computer uns führen. Umgesetzt ist der Plot zumindest auf einem sehr hohen Niveau, was das Gestalterische anbelangt. Die handgemachten Spezialeffekte sind teilweise den heutigen CGI-Elementen überlegen und wissen Science-Fiction Fans in ihren Bann zu ziehen. Man denkt fast nie daran, dass dies ein Film aus den 60ern sein könnte. Dazu bekommt man eindrucksvolle Spiele mit ungewohnten Perspektiven geboten, eine ansehnliche Arbeit mit Farben und Formen offenbart sich, sowie lauscht man weiterhin dem Einsatz von klassischer Musik und verstörenden Klangbildern. All das während eine interessante Geschichte erzählt wird.

Sobald man sich an die Machart gewöhnt hat, sich selbst mit den Denkansätzen konfrontiert und langsam meint das Ganze durchschaut zu haben, kommt der vierte Akt. 20 Minuten, wie sie David Lynch nicht hätte mysteriöser machen könne. Es werden mehr Fragen aufgeworfen, als man in der Lage ist zu durchblicken. Farben, Formen, Musik, Lichter scheinen zu verschmelzen, um in einem Ende zu münden, das den Zuschauer mit offenem Mund dastehen lässt. Mind-Fuck, wie es heute so gerne heißt. Wer meint alles verstanden zu haben, der hat gar nichts verstanden.
Während man nun denken könnte, das sei experimentelles Kino, kann ich euch beruhigen, denn es ist nach wie vor ein Film, der eine Geschichte erzählt. Nur eben auf eine andere Art und Weise, als wir das aus dem heutigen Mainstream gewohnt sind. Die mittleren Akte mögen sich fast noch an Konventionen halten, aber die beiden äußeren haben es definitiv in sich und spielen förmlich mit dem Zuschauer.

2001 ist kein Film, den man sich in einer großen geselligen Gruppe anschaut. Es ist der perfekte Kinofilm, den man leider nicht mehr im Kino zu Gesicht bekommen wird. Nicht reden, sich nicht ablenken lassen, einfach zurücklehnen und sich darauf einlassen. Dann vergehen die 140 Minuten auch relativ zügig. Wer auf Science-Fiction steht, die mehr mit philosophischen Fragen à la Philip K. Dick (Total Recall, Blade Runner, Minority Report) hantiert, als dass sie große Action bietet, der ist hier sowas von an der richtigen Adresse. Dazu die gelungene Umsetzung, die die richtige Atmosphäre zu erzeugen weiß und Emotionen im Zuschauer auslöst, wenn er denn in der Lage ist sich darauf einzulassen. Das ist hier wahrlich das Wichtigste.


Bennis Fazit

Beim anfanglichen Schwarzbild war ich noch sehr verwirrt. Gehört das jetzt zum Film? Aber dann wurde ich schnell von der Sogwirkung des Stückes erfasst und musste mich nach anderthalb Stunden zwingen kurz etwas zu essen, um danach weiterzumachen. Den ersten beiden Stunden kann ich nur das Prädikat milw verleihen und es hat sich für mich gelohnt eine Woche hungern zu müssen, weil ich die Kubrickbox gekauft habe. Zum letzten Akt kann ich nicht viel schreiben, da er mich…ich weiß noch nichtmal mit welchen Worten ich beschreiben soll, was er mit mir gemacht hat.
Wenn ihr auf Filme etwas abseits vom heutigen Mainstream steht, zum Nachdenken anregenden Sci-Fi mögt, oder auch nur in der Lage seid euch zwei Stunden ruhig zu verhalten und auf einen Bildschirm zu glotzen, dann dürft ihr es nicht verpassen einmal 2001 gesehen zu haben. Dennoch verstehe ich es, wenn jemand gar nichts damit anfangen kann. Die ruhige Inszenierung, die klassische Musikuntermalung, und die lange Zeit ohne Dialoge sind nicht jedermanns Geschmack. Meiner offensichtlich schon. Zumindest hier bei 2001. Und spätestens als das kleine Mädchen sich ein Buschbaby gewünscht hat, hat Kubrick mich gehabt.

Deshay Bashara

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Bewerte den Film mit 1-11 Sternen
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Über Benni

Ein gelernter Arbeitsloser, der für zwei Jahre als Chef-Arbeitsloser bei milw.org scheinbeschäftigt war, um nun wieder in seine alte Profession zurückzukehren. Endlich hat er noch mehr Zeit, um seiner Passion, dem RTL Schauen zu frönen. Außerdem zahlt der impotente Säufer leidenschaftlich Alimente für seine zahlreichen Kuckuckskinder und ist begeisterter Erfinder. Erst letztens entwickelte er ein eigenes Hartz VI - Gesetz, welches Arbeitslosen so viel Gehalt bescheinigt, wie sie in Bier innerhalb eines Monats trinken können. Es wird wohl nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir von diesem Mann gelesen haben. Sucht einfach mal im Anzeigenteil eurer Lokalzeitung unter "Wahlarbeitsloser Nichtduscher sucht neureiche, tatkräftige Businesslady als sexuell interessierte Haushälterin auf ohne Gehalt Basis"